Vasektomie

Sie denken darüber nach, bei sich eine Vasektomie (Sterilisation) durchführen zu lassen? Die folgende Übersicht enthält die wichtigsten Informationen zu Ablauf, Operation, Erfolgsaussichten, Risiken und Kosten.

Vasektomie zur sicheren Empfängnisverhütung

Unter Vasektomie versteht man die Sterilisation des Mannes (auch Unterbindung genannt) zur Empfängnisverhütung. Sie gehört zu den sichersten und zuverlässigsten Verhütungsmethoden. Bei diesem Eingriff werden beide Samenleiter durchtrennt, so dass die im Hoden produzierten Spermien nicht mehr in die Harnröhre gelangen und somit beim Orgasmus auch nicht ausgetrieben werden können. Die Vasektomie ist ebenso effektiv wie die Sterilisation der Frau (Tubenligatur) und dabei weniger aufwendig und kann grundsätzlich rückgängig gemacht werden. Die Versagerraten in großen internationalen Studien liegen bei unter deutlich unter 0,1%.

Vasektomie – Patienten aus der Schweiz

Patienten aus der Schweiz

Viele Patienten aus der Schweiz nehmen oft einen weiten Anfahrtsweg zu unserer Praxis auf sich. Aus diesem Grund möchten wir unseren Schweizer Patienten das Vorgehen rund um die Vasektomie erleichtern.

Bewertungsbögen zur Vasektomie

Jeder Patient bekommt nach der Operation einen Bewertungsbogen ausgehändigt. Lesen Sie hier die Kommentare unserer Patienten zur durchgeführten Vasektomie:

Meine operative Erfahrung konnte ich während meiner langjährigen Tätigkeit als Assistenzarzt, Facharzt und schließlich Oberarzt bzw. Geschäftsführender Oberarzt an der Universitätsklinik Frankfurt am Main sowie an den Kantonsspitälern Münsterlingen (CH) und Frauenfeld (CH) erwerben. Hier habe ich über viele Jahre sämtliche kleine und große Operationen auf urologischem Fachgebiet durchgeführt. Schwerpunkte meiner operativen Tätigkeit waren mikrochirurgische und minimal-invasive Operationsverfahren (Schlüssellochchirurgie), die Nierentransplantation sowie bis 2016 die Da Vinci-assistierten, robotergestützten Operationen. Die „Einführung des da Vinci-Operationsroboters in die minimal-invasive operative Urologie“ war Thema meiner Habilitationsschrift. Sowohl zur Nierentransplantation als auch zu Da Vinci-assistierten Operationen konnte ich Fachbeiträge in renommierten medizinischen Fachzeitschriften veröffentlichen.
Im ambulanten Bereich kann ich nur einen kleinen Teil meines operativen Spektrums anbieten. Hier liegt der Schwerpunkt in der Vasektomie. In meiner operativen Laufbahn konnte ich bisher mehr als 1500 Vasektomien durchführen.

PD Dr. Wassilios Bentas

Im Rahmen der Erstvorstellung in unserer Praxis werden Sie (gerne auch in Begleitung Ihrer Partnerin) rundum über den Eingriff informiert. Darüber hinaus erfolgen eine kurze klinische Untersuchung sowie ein Ultraschall des Hodensacks um krankhafte Veränderungen auszuschließen. Anschließend erhalten Sie einen Termin zur ambulanten Operation. Die Operationen werden in unserem praxisinternen Operationssaal in der Regel am Freitagvormittag durchgeführt, wenn möglich gehen wir aber auch auf spezielle Terminwünsche ein. Falls Sie eine längere Anfahrt haben sollten, kann auf die Erstvorstellung verzichtet werden.

Bitte entfernen Sie am Operationstag die Schambehaarung am Hodensack. Darüber hinaus sollten Sie vor der Operation noch etwas essen und trinken, es sei denn der Eingriff wird mit Narkose durchgeführt. Vor Durchführung der Operation muss Ihre Einwilligungserklärung unterschrieben vorliegen. Zum vereinbarten Termin werden Sie von unseren Arzthelferinnen in den Operationssaal gebracht und dort vorbereitet. Anschließend tritt der Operateur hinzu und erläutert Ihnen nochmal den Ablauf des Eingriffes. Wenn Sie keine weiteren Fragen haben, wird die Operation begonnen.

Wir wenden sowohl die herkömmliche Operation mit Schnitt aber auch die moderne Methode der Skalpell-freien Vasektomie („No Scalpel“-Technik) an. Diese Technik bietet den Vorteil einer sehr schonenden Hauteröffnung. Nach örtlicher Betäubung der Haut mit der dünnsten auf dem Markt verfügbaren Nadel wird über eine ca. 1 cm große Hauteröffnung der Samenleiter freigelegt und jeweils ein kleines Teilstück von ca. 2 – 3 cm Länge entfernt. Die entstandenen Samenleiterenden werden verödet, umgebogen, doppelt unterbunden und in verschiedene Schichten des Gewebes eingelegt. Die Haut wird durch eine bis zwei Hautnähte verschlossen. Der Eingriff dauert ca. 10-15 Minuten pro Seite. Die Hautnähte lösen sich nach 7-14 Tagen selbst auf und müssen nicht gezogen werden. Abschließend werden ein Sprühpflaster sowie ein normales Pflaster auf die Wunde aufgetragen und ein Hodensackhalter (Suspensorium) angelegt. Der Eingriff ist damit beendet, so dass Sie anschließend nach Hause gehen können.

Durch den geplanten Eingriff können die Spermien nicht mehr aus dem Nebenhoden in die Harnröhre gelangen, so dass der Samenerguss nur noch Flüssigkeitsanteile der Samenblasen und Prostata enthält. Infolge des fehlenden Abflusses kann es in den ersten Wochen nach der Operation zu einer leichten Anschwellung und geringfügigen Schmerzen im Nebenhoden kommen. In nur sehr seltenen Fällen kann es zum Auftreten einer Wundinfektion oder einer Blutung, welche eine operative Revision erforderlich macht, kommen. In sehr seltenen Ausnahmefällen ist es möglich, dass es zu einer spontanen Wiedervereinigung der beiden durchtrennten Stümpfe des Samenleiters kommt. Deshalb kann man in sehr seltenen Fällen, trotz anfänglich nachgewiesener, vollständiger Unterbindung, nach Monaten oder Jahren wieder fruchtbar werden. Weitere seltene Komplikationen sind Gefäßverletzungen mit der Gefahr einer Mangeldurchblutung der Hoden, chronische Schmerzen im Bereich des Operationsgebietes und die Bildung von knotenförmigen Bindegewebswucherungen durch Austritt von Samenfäden in das umliegende Gewebe (Spermagranulom) oder durch Fremdkörperreaktion auf das Nahtmaterial (Fadengranulom). Da nur die Samenleiter unterbunden werden haben Sie nach der Operation nach wie vor einen Samenerguss. Dieser ist jedoch im Volumen um ca. 10-20% reduziert, da keine Samenzellen mehr darin enthalten sind. Es bestehen keine Auswirkungen auf die Gliedversteifung oder das Orgasmusgefühl.

Am Operationstag sollten Sie nicht arbeiten und sich so weit als möglich schonen. Nach der Operation können noch leichte Schmerzen im Wundbereich auftreten. Normalerweise bilden sich diese Schmerzen in 2 – 3 Tagen zurück. Duschen ist zwei Tage nach der Operation möglich, auf Vollbäder sollte für 10 Tage verzichtet werden. Eine Arbeitsunfähigkeit besteht zumindest für den Operationstag, im Idealfall sollten Sie sich noch zwei bis drei Tage nach der Operation schonen. Bei einem ungestörten Heilungsverlauf sind Wundkontrollen durch uns oder den Hausarzt nicht erforderlich. Bei Beschwerden oder Unsicherheiten können Sie sich jederzeit ohne Anmeldung in unserer Praxis vorstellen oder sich telefonisch über die am Ende der Operation ausgehändigte Notfallnummer melden.

Der endgültige Erfolg des operativen Eingriffes ist erst dann eingetreten, wenn in der Samenflüssigkeit keine Samenzellen mehr nachweisbar sind. Um das festzustellen, sind mehrfache Untersuchungen der Samenflüssigkeit – erstmals nach 10-11 Wochen, ein zweites Mal nach 12 Wochen – zwingend erforderlich. Erst nach Bestätigung der Spermienfreiheit des Samenergusses ist schutzfreier Verkehr risikolos möglich. Aus der Literatur wird berichtet, dass gelegentlich spontane Wiedervereinigungen der Samenleiterstümpfe auch nach geraumer Zeit vorkommen. Eine zusätzliche Ejakulationskontrolle nach Ablauf eines Jahres ist daher zu empfehlen.

Es besteht die Möglichkeit einer Wiederherstellungs-Operation (Vaso-Vasostomie). Dabei werden beide Samenleiterenden unter dem Operationsmikroskop wieder zusammengenäht. In den meisten Fällen (80-90%) kann eine Durchgängigkeit der Samenleiter erreicht werden. Alternativ ist eine operative Spermienentnahme direkt aus dem Hoden mit anschließender künstlicher Befruchtung möglich.

Die Kosten der Vasektomie richten sich nach der jeweils gültigen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Im Einzelfall kommt es darauf an, welche Untersuchungen vor und nach dem Eingriff gemacht werden und wie schwierig der Eingriff selbst war. Je nach Erfordernis und Aufwand müssen Sie mit Kosten zwischen 450 – 500€ rechnen. Darin sind die Kosten für die Erstvorstellung (Gespräch, Aufklärung, Untersuchung, Ultraschall), den Eingriff und die beiden Spermauntersuchungen nach der Operation beinhaltet. Die Kosten des Eingriffs wie auch diejenigen einer möglichen Wiedervereinigung der Samenleiter werden in Deutschland nicht von der Krankenkasse übernommen. Einige Krankenversicherungen in der Schweiz erstatten einen Anteil der Kosten.

Da unsere Praxis über einen vollwertigen Operationstrakt mit Narkoseeinheit, Aufwachraum und Überwachungsplatz verfügt, können wir Ihnen die Vasektomie auch in Narkose anbieten. Die Narkosemethoden sind dabei vielfältig. So kann die Vasektomie unter intravenöser Verabreichung eines Beruhigungs- bzw. Schlafmittels, unter Maskennarkose aber auch in Vollnarkose erfolgen. Die Narkosen werden in unserer Praxis durch Herrn Dr. Hofmann, www.anaesthesie-suedbaden.com, durchgeführt. Bedenken Sie bitte, dass Sie im Anschluss nicht fahrtüchtig sind.

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